Nein zu Ökozid, Genozid und Krieg! — Ja zu Frieden und Naturschutz!
Wir rufen Naturfreundinnen und Naturfreunde und auch Friedensfreunde zur Teilnahme an der Menschenkette auf. Das ist am Samstag, 3. Oktober, 12.00 auf dem Hallmarkt. Kommt zahlreich und bringt Eure Transparente und Schilder mit!
Wir haben uns für diese Demo entschieden, weil natürlich ein Neustart für den Umweltschutz in unserem Land notwendig ist.
Wir haben uns aber dagegen entschieden, den offiziellen Aufruf des Bündnisses zu unterzeichnen. (https://fairnessjetzt.qomon.org/de/action/14c0932f-halle-esbrennt-menschenkette/ )
Das Bündnis erwähnt zwar einmal den Frieden im Aufruf zur Menschenkette, lässt dann aber gar keine Konsequenzen folgen. So ein folgenloses Erwähnen des Friedens ist wertlos.
Wer Frieden will, muss auch gegen Imperialismus, Völkermord und Angriffskriege Stellung beziehen, besonders dann, wenn die eigene Regierung dabei mitschuldig ist.
Alle drei Übel sind in Deutschland leider Realität. Davor verschließt das Bündnis “Es brennt” die Augen. Wir verschließen die Augen nicht und ergänzen den Aufruf hier um das, was ihm fehlt.
Wir wissen: Ohne Frieden ist alles nichts. Von deutschem Boden darf nie wieder ein Angriffskrieg oder ein Völkermord ausgehen. Das sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Die meisten von uns sind in der DDR aufgewachsen. Frieden als höchster Wert war dort allgegenwärtig. Dass Frieden und die Wahrung der Menschenrechte das Wichtigste sind, und dass imperialistische Kriege und Völkermord falsch sind, steht für uns weiterhin fest. Wir sind in den letzten Jahren jedoch immer wieder aufs Neue schockiert worden, wie das, was selbstverständlich sein sollte, immer tiefer in Zweifel gezogen wird.
So wird im Fernsehen und in den großen und lokalen kleinen Zeitungen, in Talkshows und von Spitzenpolitikern, auf Instagram und Facebook fast jeden Abend und Morgen zum großen Krieg getrommelt. Wir erkennen keinen ernsthaften Versuch, den Krieg in der Ukraine zu beenden. Im Gegenteil: Voller Zynismus wird die größte Aufrüstung seit 1945 als letzte Rettung für die verarbeitende Industrie gerechtfertigt.
In der DDR hat jedes Kind von klein auf gelernt: Frieden ist das höchste Gut; Imperialismus und Krieg dürfen nicht zugelassen werden. Heute hingegen wird schon das Wort Frieden in die Ecke von “Verschwörungstheorie”, “Putin-Verstehen”, und Altersstarrsinn gerückt.
Der Aufruf der Menschenkette macht das nicht, aber er findet auch keine Worte gegen den Militarismus der deutschen Regierung. Er schweigt, wo er nicht schweigen darf:
Zur geplanten Waffenfabrik in Sangerhausen, wo tödliche Drohnen für den größten Rüstungskonzern Israels, Elbit, hergestellt werden sollen,
Zur Raketenfabrik in Leipzig, wo Mittelstreckenraketen hergestellt werden sollen, gegen die in den 80er Jahren Millionen Menschen in DDR und BRD protestiert haben, weil sie begründete Angst vor einem Atomkrieg hatten (diese Raketen können einen Atomsprengkopf in wenigen Minuten über weite Entfernungen tragen und untergraben die erreichte atomaren Abrüstung noch weiter),
Zum als “Zeitenwende” verbrämten größten Rüstungsetat Deutschlands seit dem Kriegsjahr 1944 und zur von Kanzler Merz angestrebten Kriegstüchtigkeit. (Der Haushaltsposten für Kriegswirtschaft im Jahr 2026 und geplant 2027 ist so groß wie seit dem letzten vollen Kriegsjahr 1944 nicht mehr. Deutschland strebt nun offiziell erstmals seit dem Ende des Dritten Reichs wieder an, die größte Armee Europas – nicht nur der EU – aufzustellen.) Wir fragen: Wozu? Schon die heutigen Armeen der NATO-Staaten der EU sind der russischen Armee in jederlei Hinsicht weit überlegen und reichen zur Verteidigung vollkommen aus. Es gibt keinen vernünftigen Grund, Russland einen Willen zum Krieg gegen eine haushoch überlegene NATO oder auch nur Deutschland zu unterstellen. Unsere Nachbarn, Polen und Frankreich, machen sich Sorgen, neben einem bis an die Zähne bewaffneten Deutschland nicht mithalten zu können. Deutschland zwingt damit andere Länder ebenfalls in die Hochrüstung.
Wir stellen weiterhin fest, dass die Menschenkette „Es brennt“ die Augen vor den drängenden lokalen ökologischen Problemen verschießt, das sind bei uns in der Region die unterirdische Giftmülldeponie in Teutschenthal, die Autobahn 143, die extreme Wasserknappheit und Dürre im Saaletal (während Golfplätze bewässert werden), und ein ständig expandierender Flughafen Halle-Leipzig.
Die Drohnen aus Sangerhausen würden über die A 143 mit LKW zum Flughafen gefahren. Damit hätte die Autobahn erstmals überhaupt einen Zweck, denn bisher gibt es keinerlei Bedarf für sie. Die Drohnen würden dann wahrscheinlich mit Transportflugzeugen in Kriegsgebiete wie die Ukraine und nach Israel geflogen.
In Israel würden sie wahrscheinlich im laufenden — laut den Vereinten Nationen — Genozid an den Palästinensern und Palästinenserinnen in Gaza und den völkerrechtswidrigen Angriffskriegen gegen Libanon, Syrien und Iran eingesetzt, sowie in der drohenden ethnischen Säuberung und Vertreibung im Südlibanon und dem Westjordanland.
Wir lehnen das alles entschieden ab. Wir unterstützen daher den Aufruf des Bündnisses gegen die Waffenfabrik in Sangerhausen. (https://keepelbitout.org/index.html)
Wir stellen fest, dass die Hochrüstung Deutschlands einerseits, und die diplomatische, wirtschaftliche und militärische Unterstützung für die Verbrechen der israelischen Regierung einhergehen mit einer andererseits noch weiter beschleunigten Naturzerstörung bei uns vor der Haustür.
Wir sagen Nein zu alledem. Nein zur Hochrüstung, Nein zur Kriegshetze, Nein zur Wehrpflicht, Nein zum Genozid, Nein zur Abschaffung von Naturschutz und Energiewende.
Wir bitten alle Mitglieder der BI, sich am 3.10. in diesem Sinne an der Menschenkette zu beteiligen.
Manche Mitglieder werden auch in Berlin bei der großen Antikriegsdemo sein. (https://nie-wieder-krieg.org/) Wir laden Euch ein, dort das Thema Ökologie hineinzutragen.
Wir wollen uns nicht spalten lassen. Frieden, Abrüstung und Menschenrechte sind ebenso wichtig wie Energiewende, Verkehrswende und Artenschutz, das Eine geht nicht ohne das Andere.
Der Vorstand der Bürgerinitiative Saaletal am 30. September
