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Schwarz­bau an der A 143 muss sofort ein­ge­stellt wer­den — jeder wei­te­re Tag ist Steuergeldverschwendung

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Südwestliches Tunnelportal

Pres­se­mit­tei­lung

Wie die Auto­bahn­bau-Gesell­schaft DEGES am Frei­tag, 9. Janu­ar 2026 zuge­ge­ben hat, hat sie den ursprüng­li­chen Bau­plan des Land­schafts­tun­nels der Auto­bahn 143 bei Fried­richs­schwerz heim­lich geändert.

Die DEGES erklär­te gegen­über der Mit­tel­deut­schen Zei­tung am 9.1., es hand­le sich ledig­lich “um eine Modi­fi­ka­ti­on”. Das ist eine Lüge. Die Anwäl­te der DEGES, gegen die wir 2019 vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt gestrit­ten haben, dürf­ten das sehr gut wissen.

Wei­ter erklär­te die DEGES gegen­über der MZ, man “stim­me sich nun mit dem Fern­stra­ßen­bun­des­amt als zustän­di­ger Behör­de ab.” Das ist eine dreis­te Ver­dre­hung der Rechtslage.

Rich­tig ist:

  1. Die DEGES hat hier einen ekla­tan­ten Rechts­bruch began­gen, der ein Fall für den Staats­an­walt ist. Es wur­den und wer­den jeden Tag, an dem wei­ter gebaut wird, öffent­li­che Gel­der ver­un­treut (§ 266 StGB). Die DEGES hät­te vor und nicht nach dem Bau­be­ginn anfra­gen müs­sen. Das Fern­stra­ßen­bun­des­amt hät­te die­se Anfra­ge nach gel­ten­dem Recht abgelehnt.
  2. Die Sprü­che des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­rich­tes von 2019 und 2007 haben die­se Bau­wei­se mit durch­ge­zo­ge­ner Tun­nel­wand jeweils nicht zuge­las­sen. Der aktu­el­le Bau ist rechts­wid­rig und kei­ne klei­ne “Modi­fi­ka­ti­on”.
  3. Die gesam­te Lüf­tungs- und Abluft­tech­nik, die das FFH-Gebiet vor Stick­stoff­ein­trä­gen bewah­ren soll­te, war nur für den einen gro­ßen Tun­nel­quer­schnitt ohne Trenn­wand aus­ge­legt (BVerwG, 9 A 2.18). Mit einer fes­ten Trenn­wand funk­tio­niert die­ses Sys­tem nicht mehr. Die DEGES macht damit das Herz­stück der gericht­lich abge­seg­ne­ten Umwelt­vor­sor­ge zunichte.
  4. In der Mit­tel­deut­schen Zei­tung vom 12.1. wur­de die DEGES erneut zitiert. Hier ist aber­mals vie­les falsch, weil die DEGES aus dem Zusam­men­hang geris­sen zitiert. Rich­tig ist:
  • der Plan­än­de­rungs­be­schluss (PÄB) von 2018 umfasst 795 Sei­ten, sowie Planunterlagen
  • Es gibt eine Kurz­be­schrei­bung der Funk­ti­on der Abluft­an­la­ge auf den Sei­ten 250 bis 255 und dar­in wird kei­ne Mit­tel­wand erwähnt. Auf den Sei­ten 251 und 252 wird jedoch mehr­fach auf die Antrags­un­ter­la­ge 12.6.3.2 Bezug genom­men, in der die Abluft­an­la­ge und die durch Stüt­zen auf­ge­lös­te Mit­tel­wand detail­liert dar­ge­stellt wer­den, ein­schließ­lich Bau­plan in der Anlage.
  • Eine wei­te­re Fest­le­gung zum Tun­nel fin­det sich unter 2.9.1.3.1 auf Sei­te 400 des PÄB. Dort heißt es: “Er ist als Gegen­ver­kehrs­tun­nel mit einer Län­ge von 300 Metern bei auf­ge­lös­ter Mit­tel­wand ange­legt, wodurch sonst mög­li­che aus­ge­präg­te, längs­för­mi­ge Luft­strö­mun­gen gebro­chen wer­den, (vgl. PU 12.6.3.2, S. 21)”

Wir prü­fen zusam­men mit unse­rem Part­ner, dem NABU Hal­le-Saal­k­reis, eine Eilklage.

Wir for­dern die Ein­set­zung eines par­la­men­ta­ri­schen Unter­su­chungs­aus­schus­ses durch den Land­tag des Lan­des Sach­sen-Anhalt, um über die poli­ti­sche Ver­ant­wor­tung aufzuklären.

Wir for­dern hier­mit das Fern­stra­ßen­bun­des­amt auf, die Ver­hän­gung eines sofor­ti­gen Bau­stopps zu prüfen.

Die DEGES und das Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um haben die finan­zi­el­le Ver­ant­wor­tung für den Rück­bau zu tragen.

Bür­ger­initia­ti­ve Saa­le­tal, Hal­le an der Saa­le, 13. Janu­ar 2026