Erschüt­te­rung und Trau­er über das Urteil des BvG zur BAB 143

Pres­se­mit­tei­lung der Bür­ger­initia­ti­ve Saa­le­tal zum Urteil des BVG zum Bau der Auto­bahn 143

Hal­le a. d. Saa­le, 13. Juni 2019

Wir sind ent­täuscht vom Urteil des Gerich­tes, das die Auto­bahn höher gestellt hat als den Schutz sel­te­ner Tier- und Pflan­zen­ar­ten. Dass noch kein deut­sches Gericht den Umwelt­schutz je end­gül­tig höher als eine Auto­bahn gestellt hat, wuss­ten wir natür­lich. Wir haben uns den­noch in der Hoff­nung, als David gegen Goli­ath sieg­reich sein zu kön­nen, für den Rechts­weg ent­schie­den. Beflü­gelt hat uns der Sieg des NABU vor dem­sel­ben Gericht vor zwölf Jah­ren. Wir haben trotz der klei­nen Chan­ce für den Erhalt des unte­ren Saa­le­tals gekämpft, und auf einen Prä­ze­denz­fall gesetzt.
Nicht nur die­se Auto­bahn soll­te vor dem Arten- und Umwelt­schutz zurück­ste­hen, son­dern alle.
Wir haben gehofft, im Jahr 2019 lägen die Din­ge anders als kurz nach der deut­schen Wie­der­ver­ei­ni­gung. Es spricht heu­te so vie­les gegen den Auto­bahn­bau: das Kli­ma, die Ver­kehrs­wen­de, und der Artenschutz.

Die A143, soll­te sie in Betrieb gehen, wür­de den Stau in Hal­le lang­fris­tig nur noch ver­meh­ren. Doch dann wäre es für ein Umlen­ken zu spät, Orchi­deen und vie­le wei­te­re Arten wären, nach Berech­nun­gen von Bio­lo­gen, stark dezi­miert oder lokal aus­ge­stor­ben. Wenn wir in eini­gen Jahr­zehn­ten erken­nen, dass es Wahn­sinn gewe­sen ist, die fos­si­le Infra­struk­tur noch wei­ter aus­zu­bau­en, wür­de es zu spät sein. Kli­ma­wan­del und Arten­ster­ben las­sen sich in mensch­li­chen Zeit­räu­men nicht mehr zurückdrehen.

Klaus Giet­tin­ger hat grund­sätz­lich Recht, wir ste­hen vor der Fra­ge, das Auto oder das Kli­ma und damit den Men­schen zu ret­ten. Der Mensch muss vor sich selbst geschützt wer­den.
https://​www​.hei​se​.de/​t​p​/​f​e​a​t​u​r​e​s​/​V​o​l​l​b​r​e​m​s​u​n​g​-​4​4​4​2​3​5​7​.​h​tml

Man­che von uns haben seit drei Jahr­zehn­ten für das unte­re Saa­le­tal und gegen die­se Auto­bahn gekämpft, man­che erst seit weni­gen Jah­ren. Wir alle sind trau­rig über die­sen Spruch des Gerichts.

Link der Pres­se­mit­tei­lung Nr 46/​2019 des Bundesverwaltungsgericht:

https://​www​.bverwg​.de/​p​m​/​2​0​1​9​/46

Spre­cher der BI, Con­rad Kunze